Denkmäler in Pecs
( Großartige Persönlichkeiten Ungarns )
Das Reiterdenkmal von János Hunyadi
An der südöstlichen Seite des Széchenyi Platzes steht das Reiterdenkmal des János Hunyadi, die Arbeit von Pál Pátzay. János Hunyadi - der Gouverneur von Ungarn - hatte 1456 bei Nándorfehérvár (heute Belgrad) das türkische Heer besiegt. Das Monument wurde 1956 zum Andenken an den Nándorfehérvárer Triumph, sowie an das 500. Todesjahr des Helden
eingeweiht.
Der Heldenmut von Hunyadi galt Jahrhunderte hindurch als Vorbild für die Ungarn, sein Name wird aber auch in den Sagen der südosteuropäischen Völker bewahrt. Laut dem Volksaberglauben erinnert die landesweit jeden Tag erklingende Mittagsglocke an die bei Nándorfehérvár gegen die Türken gefochtene siegreiche Schlacht. Einige Quellen binden den mittägigen Glockenschlag dagegen an den Papst Calixtus III., der bereits früher anordnete, dass die Christen während der Mittagsglocke dem Kampf gegen die Muslime mit ihrem Gebet beitragen. Die Nachricht dieser Anordnung gelangte jedoch erst nach der siegreichen Schlacht nach Ungarn.
Die Miklós Zrínyi-Büste
Der kroatische Ban Miklós Zrínyi war eine der bedeutendsten Gestalten der Grenzburgschlachten wider die Türken, sowie der letzte
ungarische Burghauptmann von
Szigetvár. 1566 hatte er die Burg bis zum Fall der Festung gegen die bedeutende türkische Übermacht verteidigt. Er starb aus der zu Trümmern geschossenen Burg ausbrechend den Heldentod. Sein Urenkel, der Dichter und Feldherr Miklós Zrínyi hatte seiner Heldenmut in seinem Epos "Szigeter Not" [Szigeti veszedelem] ein ewiges Denkmal gesetzt.

Die Büste hatte im Jahre 1926 der Hauptmann Gyula Kőszeghy, ein Lehrer der Kadettenschule entworfen. In den vergangenen Jahrzehnten wurde der Standort der Büste öfters geändert. An seinen jetzigen Platz gelang sie auf die Anregung von dem inzwischen verstorbenen István Virág, einem ehemaligen Kadetten und Schullehrer.
Die Büste geht in ihrer Darstellungsweise stark in die Details und wurde grundsätzlich nach der naturalistischen Auffassung angefertigt. Das Gesicht wird mit einem Bart dargestellt, die Kleidung ist ein verschnürter ungarischer Husarenpelz, wobei die Kappe mit dem Federbusch ebenfalls äußerst charakteristisch ist.
Die Sándor Kőrösi Csoma-Statue
Sándor Kőrösi Csoma der Asien-Reisende, der erste Erforscher der tibetischen Sprache wurde im Jahre 1784 in Kőrös, bei den Szeklern in Transsilvanien geboren. Er zog im Jahre 1819 zu Fuß nach Asien, um die Urheimat der
Ungarn zu erkunden. In Tibet lebte er in Klöstern, erforschte die
tibetanische Kultur und Sprache, und hatte als erster ein englisch-tibetisches Wörterbuch veröffentlicht. Er verstarb in Darjeeling, hier wurde er auch begraben. Die ihn darstellende Statue von Károly Antal wurde aus Bronze, das Fundament aus Kalkstein angefertigt. Das Kunstwerk wurde im Jahre 1968 aufgestellt. Sándor Kőrösi Csoma sitzt auf einem sich schleppend bewegenden einem Büffel ähnelnden tibetanischen Grunzochs. Sein Blick schweift in die Ferne, als wollte er das Unbekannte, die Geheimnisse von entfernten Landschaften und Kulturen aufschließen. Schließlich war ja genau das sein Hauptlebensziel. Der Bildhauer trachtete ohne bei der Ausarbeitung der Details zu übertreiben, im Falle aller Utensilien nach Glaubwürdigkeit. Der Sattel, die Kleidung, der Bügel und selbst der Grunzochs sind authentische Abbildungen des tibetanischen Originals. Die Statue ist ein konkreter Hinweis auf einen der Anerkennung würdigen Lebensweg, die den unbesiegbaren Glauben und die unbezwingliche Wissenslust des Menschen verkündet.
Liszt Ferenc
Liszt Ferenc war die vielseitigste Führungspersönlichkeit des Musiklebens der Romantik im 19. Jahrhundert, ein geistiger Anführer seiner Zeit und eines der größten Klaviervirtuosen aller Zeiten. Er hatte die Musikliteratur durch die Schaffung einer neuen musikalischen Form bereichert. Er hatte vieles für seine Heimat
Ungarn getan. Sein Anliegen war, die Schätze der Kultur und die Schönheit der Natur in seine Werke eingebettet den Zuhörern wieder zukommen zu lassen. Liszt war ein Wunderkind, sein Vater wurde bereits sehr früh auf die besonderen musikalischen Fähigkeiten seines Sohnes aufmerksam. Der Junge trat zuerst mit neun Jahren vor die Öffentlichkeit, er führte seine Kunst in einem unabhängigen Konzert vor. Er hatte Jahrzehnte in Europa verbracht und war dreizehn Jahre lang Hofkomponist in Weimar. Er war einer der Begründer der 1875 errichteten Budapester Musikakademie und auch deren erster Dozent. Die letzten anderthalb Jahrzehnte werden im Leben von Franz Liszt erneut als äußerst fruchtbar verzeichnet. Er verstarb an einer Lungenentzündung im Jahre 1886 in Bayreuth. Hier wurde er auch begraben.

Das Werk des Bildhauers Imre Varga, die Franz Liszt Statue sieht von dem auf die Promenade gehenden Balkon des Bischofspalastes hinunter. Die Zinnplastik erinnert an den Besuch des berühmten Künstlers vom 24. Oktober 1846, als er hier Gast des
Pécser Bischofs war. Hier komponierte er seine als "Esztergomer Messe" bekannt gewordene Komposition, sowie für den Pécser Gesangverein sein erstes ungarisches für Männerchöre geschriebenes Werk. Die Gestalt von Franz Liszt sieht in die Richtung des
Pécser Doms, laut der Sage deswegen, damit "er das Geläut der Glocken der Basilika hören kann, um dadurch inspiriert zu werden".
Das erste große Werk von Imre Varga, des Schöpfers dieser Statue war die 1965 vorgestellte Arbeit "Prometheus", er war jedoch mit seiner 1972er Tihanyer Ausstellung in das allgemeine Bewusstsein getreten. Das wichtigste Merkmal seiner Bildhauerkunst ist, dass er seine Helden in zwischenmenschliche Situationen setzt, sowie dass er ihre alltäglichen Züge hervorhebt. Seine zentralen Figuren sind hervorragende Gestalten der Geschichte, der
ungarischen Kultur und der Kunst, so zum Beispiel Ferenc Rákóczi II, Miklós Radnóti, Béla Bartók und auch Franz Liszt.
Die Statue von Lajos Kossuth

Lajos Kossuth, eine der bedeutendsten Gestalten der 1848er Freiheitskämpfe, Landtagsabgeordnete von
Pécs und der Ehrenbürger der Stadt verstarb 1894 in Turin. Nach seinem Tode wurden landesweit Statuen zu seinem Ehren errichtet. Lajos Kossuth wurde als Neuschöpfer der ungarischen Verfassung und als Erschaffer der bürgerlichen Rechtsgleichheit verehrt. Die Stadtführung hatte den Beschluss gefasst, "in der Freistadt
Pécs dem Sohne unserer Heimat, Lajos Kossuth eine Statue zu errichten". Danach wurde eine Kommission aufgestellt, deren Aufgabe es war, die erforderliche Geldsumme aufzutreiben und die Errichtung der Statue zu beaufsichtigen.
Der Schöpfer der am 10. Mai 1908 eingeweihten Statue ist János Horvay. Die mit einer schwungvollen Bewegung nach vorn tretende, in eineinhalbfacher Größe dargestellte Gestalt ragt auf einem 4 Meter hohen im Sessionsstil errichteten Fundament am westlichen Ende des Platzes empor. Die Kleidung von Kossuth besteht aus einem verschnürten Husarenpelz, einem über seine Schultern geworfenen Mantel. Er trägt Rahmenstiefel, an der Seite ein Schwert, wobei er in der linken Hand einen Hut hält, seine Rechte dagegen wie bei der Eidablegung auf sein Herz legt. An den beiden Seiten des Fundaments sind zwei - den Kranz haltenden - Turuladler zu betrachten. Den reich verzierten Schmiedeeisenzaun hatte der
Pécser Schlossermeister József Piskur angefertigt.